Ja, isch kandidiere

Herr Obama Dich, er ist da! Weltmännisch lässig  federte der Messias heute die Gangway herab. Unten empfing ihn  huldvoll die Kanzlerin. Küsschen, Küsschen. Glanz von seinem Glanze. Licht von seinem Licht. – Weitere Hofberichterstattung über den Präsidenten in der Handvom Berliner Tagesspiegel. Am besten die Karikatur von Stuttmann: „Ach Angie, ich werde ich so vermissen, deine Stimme am Handy, deine Mails… ohne NSA ist das jetzt alles nicht mehr möglich.“

Aber man wird anerkennen müssen: das Ganze ist gut inszeniert und lässt eine gewisse Steigerung erkennen:

  1.  Am Anfang der Woche zur atmosphärischen Einstimmung das Röttgen-Interview: Merkel „absolut entschlossen und bereit, die liberale Weltordnung zu stärken“.
  2. Dann Besuch von Obama mit Mahnung an die Deutschen, Merkel wertzuschätzen (sozusagen Empfehlung von höchster Stelle, für all die Undankbaren, die vergessen haben, was Merkel für sie getan hat). Mit freundlicher Unterstützung des Wahlkampfhelfers aus den USA dürfen die auf Merkelkurs geeichten Medien jetzt titeln : „Wenn ich Deutscher wäre, wäre ich Merkel-Anhänger“ (Zeit Online) – „Wenn ich Deutscher wäre, wäre ich Merkel-Anhänger“ (Welt Online) – „Als Deutscher wäre ich Merkel-Anhänger“ (RP Online)  usw.
  3. Jetzt kann sich der Vorhang öffnen, alles ist bereit für die öffentliche Erklärung der Kanzlerin: „Ja, isch kandidiere!“
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